Eine ganz außergewöhnliche Ausstellung in der Städtischen Galerie „Eichenmüllerhaus in Lemgo-Brake zum Thema „Verletzlichkeit“ wurde  hier vorgestellt. Sie hatte bereits seit dem 01. Oktober ihre Pforten geöffnet, verbunden mit einer Lesung mit Wolf von der Burg. Anschließend waren die beiden Künstler Weizenfeld und Frank J. Schäpel, deren Exponate hier ausgestellt sind, gerne noch zu einem Austausch von künstlerischem Gedankengut bereit. Mit öffentlichen Verkehrsmittel ist die Ausstellung schon etwas schwer zu erreichen, die Städt. Galerie „Eichenmüllerhaus“ in Lemgo-Brake. Mit einer hier ausliegenden Auflistung der Exponate in den einzelnen Räumen – es sind fünf an der Zahl -, sticht in Raum 1 als erstes mal ein Stuhlkreis mit vier veralteten Behandlungsstühlen ins Auge. So im Kreis angeordnet, dass man von jedem dieser Objekte eine andere Perspektive auf die umliegenden Werke bekommt, wie Jens Hoffmann vom Museumsverein erläutert. Diese umliegenden Werke im ersten Raum sind die Ausstellungsstücke des Malers Bernd Weitkamp, der sich seit 1996 Weizenfeld nennt. Das Ganze gewirkt sehr blutrünstig, denn eine ganze Wand ist alleine ausgefüllt durch ein Tryptychon mit roter Ölfarbe auf Leinwand, das im Mittelteil aus einer mit Mischfarben bearbeiteten Matratze besteht. Ziemlich bedeutungsvoll trägt das Bild dann auch den Namen „Großes Blutbild“. Maler Weizenfeld erklärt: „Das Hauptwerk, das ich extra für für Lemgo gestaltet habe, das Tryptichon, das große Blutbild, eine Allegorie auf dass Urbild der Christenheit, die Kreuzigung, auf das ja alle Tryptichen zurückgehen, und die Kreuzigung ist damals schon als eine Popgeschichte angelegt worden, um eben viele Jünger zu überzeugen. Das zieht bis heute, und deswegen habe ich eine sehr popartige Malerei dort ausgestellt. Wie man eben auch in schweren Zeiten wie eine Krankheit ein großes Blutbild darlegt, und so ist diese Arbeit zu verstehen.“  Stark beeindruckt ist man auch von den Preisen dieser Werke, wie mir ein Blick auf meine Auflistung verrät. Das meiste im vierstelligen Bereich!  Raumwechsel:  Eine völlig anderen Umgebung! Gleich beim Eintritt fallen drei Metallbilder mit Abbildungen von Herz, Lunge und Gehirn auf. Aber auch Abbildungen von Totenschädeln zieren die Wänd.  Abhandlungen über … Ufos? Das sind die Ausstellungsräume des zweiten Künstlers, Frank J. Schäpel. So viele Gedanken an Blut und Ufos? Wie geht das denn zusammen? Frank J. Schäpel hat bei dem großen Meister Baselitz Malerei studiert.  Es ist schon ganz erstaunlich, wie man die Gemütsregungen der Menschen mit dem Einsatz verschiedener Farben manipulieren kann. Überwiegend hier in der Ausstellung zur „Verletzlichkeit“ ist natürlich die Farbe blutrot, und welche Verbindung der Künstler dazu hat.

 

Angela Antrop