Carpe diem

Schon seit einiger Zeit habe ich mein Herz an Ungarn verloren, genauer gesagt an Budapest, denn viel mehr war mir noch nicht beschieden, von dem Land meiner Träume zu sehen. Eigentlich habe ich noch gar nicht allzu viel von der Welt gesehen, denn meine finanziellen Mittel sind ziemlich beschränkt.

Zuletzt habe ich in einem Altenheim als Betreuungsfachkraft für Demente gearbeitet. Hört sich gewaltig an, ist es aber nicht.
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Ja, das war so, bis ich vor zwei Jahren meine Diagnose erfuhr: Brustkrebs… Na ja, hat man mir gesagt, ein paar schöne Jahre könne ich durchaus noch haben. Erst mal musste ich die Chemo, die Bestrahlung, und was da noch so alles dazugehört, durchstehen ! Das war wirklich nicht schön! Das Ergebnis war eine Erwerbsunfähigkeitsrente und ein Schwerbehinderungsgrad von 100 %. Es bleibt unter dem Strich nicht viel Geld übrig! Etwas Gutes hat das Ganze doch, nämlich meinen Schwerbehindertenausweis. Mit dem zusätzlichen Buchstaben „G“ als Vermerk ist es mir nun möglich, Busse und Bahnen zu nutzen, ohne dafür zu bezahlen. Und das habe ich mir zunutze gemacht, um endlich mal Budapest in Augenschein zu nehmen. Ich durchquere mit meinem Ausweis mit Nahverkehrszügen und des Nachts Deutschland, ohne einen Cent dafür zu bezahlen. Klar, ein paar Mal umsteigen und auch mal zwei Stunden in Cottbus festsitzen, ist nicht jedermanns Sache. Aber mir macht es Spaß, und das Europa-Spezial-Ticket nach Budapest kostet auch nur 39 €. Bislang habe ich meine Ausflüge auch immer einfach so genießen können. Aber bei meiner dritten Fahrt nach Ungarn war alles ganz anders anders…..

Text und Bilder: Angela Antrop