Humor ist, wenn man trotzdem lacht –  oder das kann ja heiter werden…

2014-01-14 14.27.19-1Optimisten-Training heißt das Seminar, für das ich mich heute angemeldet habe. Was so fröhlich klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Dieses Seminar wird für Ehrenamtliche angeboten, die in ihrem Amt mit Sterbebegleitung, AIDS-Hilfe, Telefonseelsorge und anderen schwierigen Aufgaben betraut sind. Ihnen soll Hilfestellung im Umgang mit Frustrationen, Enttäuschungen und persönlicher Betroffenheit gegeben werden.  Da ist Humor ein gutes Mittel, um einen Ausgleich zu schaffen.  Ich glaube auch, dass man mit einer Portion Optimismus viele Probleme besser lösen kann und Humor sicher hilft, schwierige Situationen leichter zu bewältigen. Aber ob man das wirklich lernen kann, wenn es einem nicht sozusagen in die Wiege gelegt wurde?

Acht andere Teilnehmer und ich sind heute hier zu diesem Seminar gekommen, um genau das herauszufinden. Unsere Seminarleiterin ist Elaisa, ausgebildete Clownin und Humortrainerin – so etwas gibt es tatsächlich!

Der Clown  ist eine Symbolfigur für Optimismus und Humor. Er liebt das Leben und scheitert doch immer wieder an sich selbst und manchmal an Zufällen. Unermüdlich steht er auf, wenn er stolpert. Dabei geht er immer wieder ein Risiko ein und entdeckt jeden Moment neu. Er zeigt uns auch, wie wir über uns selbst lachen können.

Optimismus und Humor kann man lernen und trainieren. Denn in jedem Menschen sind  die entsprechenden Anlagen vorhanden – man muss sie nur nutzen!  Das Bewusstsein, dass man Fehler machen und  auch darüber lachen darf und die Fähigkeit,  Probleme zu Herausforderungen werden zu lassen, sind in jedem Menschen vorhanden. „Ärgere Dich nicht, wenn Du scheiterst und stolperst. Steh einfach wieder auf und übe weiter…“ sagt Elaisa, die Humortrainerin.

Das wollen wir jetzt mit praktischen Übungen trainieren. Dazu stellen wir uns im Kreis auf und machen allerlei Unsinn – jedenfalls vom Standpunkt des kritischen Verstandes aus betrachtet…

Es geht um den Aspekt der optimistischen Grundhaltung zu sich selbst. Wir lächeln uns innerlich selbst zu und fühlen uns jung und frisch… fordert uns Elaisa auf.  Außerdem klopfen wir uns selbst auf die Schulter und sagen uns „ das hast du gut gemacht “  Ja, das fühlt sich tatsächlich gut an…

Dann verkörpern wir Tiere im Zoo.  Der Bär sagt: „ Arbeit, immer Arbeit, das macht mich so Schubididu! – und er stampft dazu im Rhythmus mit den Füßen, und bei „ schubididu“ dreht er die Hände am Kopf…  (das sieht sehr lustig aus !)  – als ich den Bären spiele , muss ich doch an meine frühere Berufstätigkeit denken… !  Andere Tiere, die wir spielen, haben weitere merkwürdige Verhaltensweisen…Wenn uns hier jemand beobachtet, der hält uns für ganz schön verrückt…Aber allen neun erwachsenen Leuten hier macht es einen riesigen Spaß, mal ein bisschen verrückt zu sein – mir übrigens auch – und wir können herrlich über uns selbst lachen! Eine ganz neue Erfahrung ist die Applausdusche! Neun Leute stehen im Kreis und jeweils einer tritt in die Mitte und ihm wird applaudiert… Ausdauernd und laut klatschen alle, die rundherum stehen. Ich fühle mich im Kreis großartig , wie ein Star auf der Bühne!

Es gibt an diesem Nachmittag noch viele andere Übungen . Viele bringen uns zum Lachen und machen viel Freude, aber einige auch zum Nachdenken, wenn es darum geht, trotz Zorn und Aggressionen humorvoll zu agieren. Oder bei schwierigen Erlebnissen neue Aspekte in der Situation entdecken zu können. Der humorvolle Mensch hat ein inneres „ ja“ zum Leben und kann über sich selbst lachen.

Insgesamt war es ein sehr anregender Nachmittag und neun einander völlig fremde Menschen sind sich auf eine ganz besondere Weise ein wenig näher gekommen. Ich glaube, mir würde ein wenig mehr Humor durchaus gut tun. Ich werde also trainieren – mal sehen ob es gelingt.  Aber warum eigentlich nicht?

Monika Behnke

„ Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Probe. Darum singe, lache, tanze und liebe…Und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens, bevor der Vorhang fällt und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht“.

(Charlie Chaplin)