Vocapella singt am 02. März in ausverkaufter Süsterkirche

GeistlicheMusik2014

Vocapella-Bielefeld hat sich in der Region mit Themenkonzerten wie „Männer und Frauen“, „Filmmusik“, „Tag und Nacht“ u.a. einen Namen gemacht und die jeweiligen Sujets musikalisch und unterhaltend aufbereitet. Dieser ansprechenden Darbietung ist der Chor auch beim jetzigen geistlichen Konzert treu geblieben.

In regelmäßigen Abständen nimmt er sich ein Repertoire vor, das ansonsten Kirchenchören vorbehalten ist, weil es sich einfach musikalisch lohnt, auf diesen Pfaden zu wandeln. Sein Leiter Gottfried Braun, von Haus aus Kantor, zeigte bei der Auswahl des Programms eine geschickte Hand: der rote Faden bewegte sich durch Bekanntes und Unbekanntes, ohne die chronologische Reihenfolge streng einhalten zu wollen.Einen unterstützenden Beitrag lieferten dazu zwei Chormitglieder, die gemeinsam die Moderation übernahmen und durch musikalische und kompositorische Informationen Verbindungen zwischen den Werken schufen und die ZuhörerInnen mit auf die Hörreise.                                              Präzise und klangvoll inter-pretierte der Chor Bruckner (Locus iste) und Mendelssohn-Bartholdy (Denn er hat seinen Engeln, Richte mich Gott) genauso wie Schütz (Verleih uns Frieden, Die mit Tränen säen). Besonders eindrucksvoll gelang dabei „Verleih uns Frieden“. Das „Miserere“ von Sweelinck als Abschluss des Renaissanceblocks hatte einen besonderen Reiz in einer Quartettversion, die wunderschön und voller demütiger Singfreude gut beim Publikum ankam. Die nicht einfache Aufgabe, zwischen den teilweise sehr unterschiedlichen Werken schnell umzuschalten, gelang Braun mit seinem Chor hervorragend.Vocapella
Eine Stärke Vocapellas ist ohne Frage die Interpretation zeitgenössischer Kompositionen. Sowohl das meditative „Ubi caritas“ (Dubra *1964) als auch die klangvolle, von Kontrasten lebende Gospel-Motette (Matthies *1933) waren hörenswert. Die als Premiere angekündigte Ragtime-Mass von Kreuzpointner (*1968) bildete das Highlight des Abends. Der Chor, die Solisten/Solistinnen aus dem Chor und die Dixieland-Combo, die von Bläsern der „Drei Sparren-Big Band“ unterstützt wurde, sendeten an die HörerInnen eine ungewohnte Verbindung zwischen uralten lateinischen Liturgietexten und dem Ragtime, die voller Lebensfreude sprühte. Der während der Mass aufgesparte Beifall erklang endlich  anerkennend und verdient am Schluss des Stückes, der wie bei Aufführungen des Komponisten mit dem Amen des „Gloria“ wirkungsvoll ergänzt und zu Ende gebracht wurde.
Der musikalische Bogen fand seinen Endpunkt in dem feierlichen romantischen Abendlied „Bleib bei uns“ von Rheinberger. Die vom Publikum geforderte Zugabe brachte alle TeilnehmerInnen musikalisch im „Sanctus“ aus der Ragtime-Mass noch einmal gut zusammen: Hosianna! Das eine Stunde dauernde geistliche Konzert war abwechslungsreich, erbauend, erheiternd und besinnlich!
Eine fruchtbare Konzertstunde!
Karin Kleyer
www.vocapella-bielefeld.de