200!  Herzlichen Glückwunsch, Josef!

                         Tanti Auguri, Riccardo!

Das Geburtstagskonzert von und für Guiseppe Verdi und Richard Wagner

                           10. Oktober 2013 Stadttheater Bielefeld

Geburtstagskonzert
Geburtstagskonzert

Die Theatersaison ist im September wieder angefangen, Premieren- luft liegt in der Luft. In der Sparte Gesang hat das Stadttheater Biele- feld die besonderen Geburtstage Verdis und Wagners aufgegriffen und in drei Inszenierungen berücksichtigt. Gestartet wurde mit ein- em Geburtstagskonzert mit allen Opernsolisten und – solistinnen des Hauses.

Geburtstage finden normalerweise mit den Geburtstagskindern statt. Wenn die zu Ehrenden allerdings 200 Jahre alt werden, gibt es ein Problem, das aber in der Welt des Theaters leicht gelöst werden kann.

Verdi und Wagner erwachten wieder und betraten als die letzten Zuschauer den Saal, suchten ihre Plätze und begegneten sich sogar dabei, endlich: im wirklichen Leben fand das nie statt!Dieser Gag am Rande sowie die Art der Einführung durch die Operndirektorin Sabine Schweitzer und der Moderation der Dramaturgin Fedora Wesseler verdeutlichen das kluge Gespür für Tuch- fühlung mit dem Publikum, in dem es als Teil des Geschehens wahrgenom- men und mitgenommen wird. Überhaupt kann die Moderation als sehr gelun- gen genannt werden. Wesseler führte gebündelt und mit Wissenswertem und Amüsantem angereichert durch das Programm.

Für das gute Konzept Gratulation an alle Mitwirkende!

Die ZuschauerInnen wurden auf eine Reise durch die Schaffenswelt der bei- den Komponisten geschickt, die Früh-, Mittel- und Spätwerke, auch weniger bekannte, berücksichtigte. Die Zusammenstellung des Programms erwies sich als sehr abwechslungsreich.

Dass Verdi doppelt  häufig erklang wie Wagner war sicher kein Zufall und auch kein Qualitätsmerkmal, sondern spiegelt die unterschiedlichen Stile der Komponisten wider. Mit einem konzertanten Opernabend, der Ausschnitte von Werken vorstellt, kann  Musik, die ihren dramatischen Ausdruck haupt- sächlich über die Melodieführung transportiert –so wie bei Verdi-, sicher besser vermittelt werden.

Die Solisten/Solistinnen zeigten sich durchweg ausdrucksstark und in guter Kommunikation mit Chor und Orchester.

Herausragend zu nennen sind Cornelie Isenbürger mit ihrem sehr variabel eingesetzten Sopran in der Arie der Nanetta aus „Falstaff“, Sarah Kuffner als Senta mit dem „Johoho“ aus dem „Fliegenden Holländer“ mit perfektem Zu- ammenspiel von Stimme und Rolle und  Sünne Peters, die mit ihrem Mezzo- sopran den Monolog der Fricka aus „Die Walküre“ die wagnerische Dramatik eindrucksvoll übermittelte.

Bei den männlichen Solisten überzeugte stimmlich und schauspielerisch be- sonders Evgueniy Alexiev, der seit dieser Spielzeit zum Ensemble gehört, mit seinem „Credo“ des Jago aus „Otello“. Man kann gespannt auf Verdis „Gio- vanna d’Arco“ sein, in der er den Giacomo singt.

Der Chor zeigte sich sehr präsent und klangdifferenziert, Hagen Enke leistete gute Vorarbeit für diesen Abend und sicher auch für die große Aufgabe in „Giovanna d’Arco“.

Das Orchester spielte  von Anfang bis Ende voll Elan; Elisa Gougou, zu der- en dirigiertem Repertoire sowohl Verdi als Wagner gehören, hatte die Fäden wie immer engagiert in der Hand.

Abgerundet wurde das Konzert durch den Gefangenenchor aus „Nabucco“, bei dem konzeptgetreu das Publikum den Part eines weiteren Extrachors übernehmen konnte. Musik aus allen Ecken!

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Nach der Zugabe des Traviata-Trinklieds „Brindisi“ mit allen Ensemblemit- gliedern bedankte sich das Publikum mit  lang anhaltendem  Beifall und stehenden Ovationen.                                                                                                      Karin Kleyer

Weitere Termine:

Geburtstagskonzert      –    01. und 12.November; 10. und 25. Dezember

Verdis Giovanna d’Arco –   15., 19., 25. Oktober; 03., 10., 13. November;

                                          12. und 21. Dezember

Ringetje (Wagner/Dove) –  Premiere 15. März 2014