Pflicht oder Tugend, das ist hier die Frage…

Wie immer bin ich neugierig auf neue Dinge, die mir die Universität bietet, und so habe ich mich entschlossen, mich heute mit der Philosophie zu  beschäftigen, einem Thema, das mir bisher recht fremd war.Bilder iphone bis 22.11.2013 757Die Vorlesung über die Grundlagen der Philosophie  von Frau Professor Dr. Zanetti  findet heute (14.11.2013) im Audimax statt. Das Audimax ist der größte Hörsaal der Universität und hat unglaubliche 1.400 Plätze –  nach dem elektronischen Unikalender haben sich aber „ nur “ ca. 400 Leute an- gemeldet. Also wird reichlich Platz für alle sein. Der große Hörsaal wirkt auf mich ziemlich hässlich. Er ist düster, wegen des  grauen Betons, und die letzten Sitzplätze findet man fast unter der Decke.Ich bin etwas früher gekommen,  und das bedeutet, dass ich in die vorher laufende Vorlesung im Audimax hereinplatze – mindestens  500 Augenpaare sind auf mich gerichtet – jedenfalls bilde ich mir das ein –  also trete ich schnell den Rückzug an und warte vor der Tür. Aber dann ist es soweit, das Audimax füllt sich mit den Studenten für die Philosophie-Vorlesung. Als ich den Hörsaal betrete, will ich wie immer einen Platz in den unteren Reihen suchen, als ich bemerke, dass mir von weiter oben jemand lebhaft zuwinkt. Ich bahne mir einen Weg durch die Reihen und erkenne eine Kollegin, nein,  Kommilitonin, die ich neulich im Westend-Treff kennengelernt habe. Ich freue mich, in dem riesigen Saal ein bekanntes Gesicht zu sehen, und kann sie überreden, mit mir auf einen der vorderen Plätze umzuziehen.        Ich suche mir meistens einen Platz in den vorderen Reihen. Das brachte mir neulich einen Spruch von meiner Nichte ein: „ Du bist wohl ein Streber?“ fragte sie mich. Sie meint, nur Streber sitzen vorne…  Natürlich könnte ich jetzt behaupten, dass ich nicht mehr so gut sehen kann – ja, ja, das Alter… das ist doch eine beliebte Ausrede wenn man älter wird, oder? Die Wahrheit ist, ich brauche mal neue Kontaktlinsen, die Sehschärfe muss neu angepasst werden.

Wenn ich jetzt ein wenig aus der Vorlesung über Philosophie berichte, so auf eine sicher sehr vereinfachte Art und Weise, denn ich habe keine Ahnung von dem Thema – die Philosophen unter euch mögen mir verzeihen…

Die Professorin erläutert das heutige Thema:   „Das gute Leben“

„Wahres Glück erfordert eine gelungene Beziehung zu unserer Welt… “. Wir erfahren, dass  die alten Philosophen sehr unterschiedliche Auffassungen vertreten haben. Immanuel Kant jedenfalls ist der Meinung, dass man dann ein gutes Leben führt, wenn man tut, was man tun soll… er meint, die Pflicht steht im Vordergrund ….(– klingt anstrengen!) Aristoteles  dagegen be- schreibt in seiner Tugendethik, dass  nur ein tugendhaftes Leben ein gutes Leben ist…  ( – auch das scheint mir nicht mehr so ganz aktuell zu sein!)

Es wird beleuchtet, worin das Glück besteht, es geht um Vernunft, Emotionen, die Seele des Menschen und viele andere Dinge, über die man normaler- weise nie nachdenkt. Aber die alten Philosophen sind schwer zu verstehen, auch weil sie Ihre Gedanken mit einer, für uns heute, recht umständlichen Ausdrucksweise aufgeschrieben haben.   Für mich liegt der Reiz dieser Vor- lesung  einfach darin, dass  ich angeregt werde, über solche Dinge mal unter unterschiedlichen Blickwinkeln  nachzudenken.  Die Professorin belegt die theoretischen Thesen anschaulich mit praktischen Beispielen, so dass ihr Vortrag  immer interessant bleibt und nicht abgehoben wirkt.Am Ende kann ich sagen, das mir mein Ausflug in die Philosophie durchaus gefallen hat. Ich werde auch an der nächsten Vorlesung teilnehmen.  Schließlich heißt das Thema : Gibt es objektive Merkmale für ein gutes Leben? Gibt es objektive Merkmale für ein gutes Leben – und wir erfahren etwas über den „Kategorischen Imperativ “ !

Monika Behnke