Falscher Enkel, falscher Handwerker oder falscher Kommissar?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fast täglich ist in der Tagesspresse zu lesen, dass Senioren*innen durch Trickbetrüger um ihre Wertsachen oder um ihr Geld gebracht werden. Um hier Aufklärungsarbeit zu leisten, hat der Seniorenrat gern das Angebot des Landespräventionsrates NRW angenommen, ein besonders Theaterstück in Bielefeld aufführen zu lassen und dafür die Organisation zu übernehmen: In dem Theaterstück „Ausgetrickst – Nicht mit uns!“ steht die Prävention von Trickbetrügereien an älteren Menschen im Mittelpunkt. In dem gemeinsam mit der Polizei Köln  und dem Sozialwerk der Kölner Polizei e.V. entwickelten Theaterprojekt zeigte das Altentheaterensemple des Freien Werkstatt Theaters Köln die Vorgehensweise der Betrüger und Diebe bei den älteren Menschen. Die Theateraufführung fand am 01.03.2018 um 15.00 Uhr im Vortragssaal der Kunsthalle statt.  Das starke Interesse an dem Thema war u.a. daran zu erkennen, dass trotz eisiger Außentemperaturen – 10 Grad minus bei starkem Ostwind - der Saal sehr gut gefüllt war.  Die Veranstaltung wurde von der Bielefelder Polizei unterstützt; für Rückfragen standen die Hauptkommissare Andreas Westerburg –Präventionsbereich- und Uwe Weigel –Betrugskommissariat- zur Verfügung. Die Darsteller*innen zeigten auf der Bühne sehr eindrucksvoll, wie die verschiedenen Tricks praktiziert werden. Neben dem Enkeltrick wurde auch das Vorgehen des falschen Handwerkers/Wasserwerkers  oder des falschen Kommissars/ Staatsanwalts gezeigt. Auf den  leidlich bekannten Enkeltrick soll hier nicht weiter eingegangen werden. Dafür aber kurz auf den falschen „Handwerker“ und den falschen „Kommissar“. -Der „Handwerker“ verschafft sich meist Zutritt zur Wohnung des älteren Menschen unter Angabe eines vorgeschobenen Grundes; achtet darauf, dass die Wohnungstür offen bleibt (für evtl. 2.Person); spannt den Wohnungsinhaber für Dienstleistungen ein (Freiraum für ihn, um zu stehlen). Gegenmaßnahmen des potenziellen Opfers: Wahrheitsgehalt der Aussage prüfen, Wohnungstür sofort schließen, den „Handwerker“ nicht unbeobachtet lassen. -Der „Kommissar“ klingelt und gibt an, in der Nachbarschaft einen Dieb gestellt zu haben und nun kontrolliert er, ob in den umliegenden Wohnungen noch alle  Wertsachen vorhanden sind. Er legitimiert sich gegenüber dem möglichen Opfer mit einer Art Dienstmarke oder Dienstausweis (wer kennt diese Ausweise schon?). Auf keinen Fall den „Kommissar“ in die Wohnung lassen, sondern nach Verwehren des Einlasses direkt bei der Polizei anrufen und den Vorfall melden. Die anwesenden Polizeibeamten machten ausdrücklich darauf aufmerksam, dass die Polizei nie so vorgehen würde. Nach der Theatervorstellung machte das Publikum regen Gebrauch von dem Angebot, mit den Darsteller*innen und den Polizeibeamten zu diskutieren und Rücksprache zu halten. Die begleitende Polizeibeamtin aus Köln beendete die Veranstaltung mit folgender Aussage: Die Betrüger kennen heute alle Tricks, sind mit allen Finesse ausgestattet und auch digital gut unterwegs. Deswegen sollten die älteren Bürger*innen misstrauisch sein; niemanden, den sie nicht kennen, in ihre Wohnung lassen;  durchaus auch unhöflich und abweisend gegenüber Fremden sein. Wünschenswert sei es, sich einen Menschen des Vertrauens in der Nähe zu suchen.

Iris Huber

Stellvertr. Vorsitzende Seniorenrat