Welchen Einfluss haben „Walking, Leichtathletik und Entspannung“ auf die geistigen Funktionen bei Menschen über 55 Jahren?

Im Rahmen einer Studie untersucht der Arbeitsbereich Neurokognition und Bewegung der Universität Bielefeld die Auswirkungen von drei verschiedenen Trainingsprogrammen (Walking, Leichtathletik und Entspannung) auf die geistigen Funktionen bei Erwachsenen über 55 Jahren.
Es ist bereits bekannt, dass regelmäßige körperliche Aktivität einen Abbau der geistigen Funktionen und mögliche Demenzerkrankungen reduziert und unter Umständen sogar zu positiven Effekten führen kann. Noch ist unklar, welche Sportarten die größten Effekte zeigen. Die Erkenntnisse dieser Studie sollen dazu beitragen, das Grundverständnis der Wirkung von Sport und Bewegung auf das menschliche Gehirn zu verbessern und vorbeugende, bewegungsorientierte Strategien zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit zu entwickeln.

Es wird ein Sportprogramm angeboten

Alle Studienteilnehmer/innen nehmen an einem der drei kostenlosen Sportprogrammen (Walking, Leichtathletik oder Entspannung) teil. Das Training der Walking-Gruppe zielt auf die Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit ab. Beim Leichtathletiktraining wird der Fokus auf das Erlernen von neuen motorischen Fähigkeiten gelegt und Lauf-, Werf- und Sprungtechniken geschult. In der Entspannungsgruppe werden verschieden Techniken zum Entspannen (Progressive Muskelrelaxation, Massagen, Traumreisen, Autogenes Training) und Dehnen der Muskulatur durchgeführt.

Das Training findet zwei Mal pro Woche für 60 min. über 16 Wochen in den Sporthallen der Universität Bielefeld statt und wird von qualifizierten Übungsleitern und Übungsleiterinnen betreut. Das Sportprogramm wird an drei Terminen in der Woche angeboten, es müssen aber nur zwei Termine wahrgenommen werden. Zwei Termine werden in der Woche angeboten (morgens und nachmittags) und einer am Samstagvormittag. Zusätzlich werden verschiedene kognitive und motorische Tests an jeweils zwei Termine vor und nach dem 16-wöchigen Trainingsprogramm durchgeführt.

An der Studie nehmen teil, Menschen die über 55 Jahre alt sind, in den letzten 20 Jahren kein Leichtathletiktraining oder das Deutsche Sportabzeichen absolviert haben, in den letzten zwei Jahren nicht regelmäßig walken oder joggen waren und an keinen neurologischen oder psychischen Krankheiten leiden.  

Die Studie wird geleitet durch Sina Gerten in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thomas Schack (Universität Bielefeld) und Prof. Dr. Dirk Koester (Business School Berlin) und vom Exzellenzcluster CITEC unterstützt.

Sina Gerten