Angela ist „in Kur“in Bad Nauheim

Panoramablick auf Europas größte geschlossene Badeanlage (2)Oh, je… Angela ist    „in Kur“ und hat den Fotoapparat vergessen! Das ist gar nicht gut, denn hier, in Bad Nauheim, ist es wirklich wunder-schön. Besonders der Gesundheitsgarten und der „Große Teich“ haben es mir angetan. Im Gesundheitsgarten am Gradierwerk II gibt es so eine Art Trimm -Dich -Pfad, Kneipp-Becken und natürlich jede Menge Kräuter. Dabei stehen zahlreiche Bänke und Strandkörbe zum Ausruhen zur Verfügung. Am „Großen Teich“ ist ebenfalls Entspannung angesagt, und Tretboote laden zu einem Ausflug auf dem Wasser ein. Wasser gibt es aber auch genug an den fünf Gradierwerken, an denen es mit hohem Salzgehalt friedfertig herunterplätschert. Einst lebte die Stadt von der Salzgewinnung, erst als die erste Sprudelquelle entdeckt, und die heilende Wirkung des Wassers Innenhof Badehaus 7 im Sprudelhof (2)bekannt wurde, entwickelte sich das Städtchen Nauheim zu einem bekannten Badeort. Das war um die Jahrhundert-wende, und alles,   was Rang und Namen hatte, war zu dieser Zeit hier anwesend. Das „Cannes“ oder „Nizza“ Deutschlands hieß es in der damaligen Zeit. Auch heute noch ist der einstige Wohlstand von damals nicht zu übersehen. So finden wir in Bad Nauheim die zweitgrößte, immer noch vollständig erhaltene Jugendstilanlage Europas (die größte befindet sich in Barcelona). Zur Zeit des damaligen Aufschwungs wurde am Ort nämlich fleissig gebaut. Und der Tatsache, dass sich auch schon Präsident Roosevelt hier in jungen Jahren wohlgefühlt hatte, haben wir es zu verdanken, dass dieser Kurort unweit der großen Stadt Frankfurt von den Bomben des Krieges verschont blieb. Aber auch „King Elvis“ war hier. Zwei Jahre lang war er in der nahegelegenen Kreisstadt Friedberg stationiert, und einen Teil seiner Zeit hat er in Bad Nauheim verbracht. Zahlreiche Veranstaltungen erinnern natürlich an das Wirken des großen Rock’n-Rollers. Mein persönliches Highlight war aber das Kurkonzet in der Trinkkuranlage. Im Ambiente unter Palmen spielt das Kurorchester, bestehend aus tschechischen und ungarischen Musikern, nette Melodien aus ihrer Heimat. Auch österreichische und russische Klänge kommen nicht zu kurz, und manchmal heißt’s auch „Morgens Fango, abends Tango“! Da ich schon seit Kindheitstagen eine Schwäche für Emmerich Kálmans Operette „Gräfin Maritza“ habe, habe ich mir doch gleich mal eine CD mit nach Hause genommen. Schließlich habe ich ja den Fotoapparat vergessen, da brauche ich doch eine kleine Erinnerung. Tja, und nun hat die schöne Zeit wieder ein Ende, und in zwei Tagen bin ich wieder im nicht weniger schönen Schaumburger Land. Aber ich werde Bad Nauheim sicherlich noch den einen oder anderen Besuch abstatten.

Angela Antrop

Bilder: „Mit freundlicher Genehmigung der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH“