Auf Schloss Bückeburg ist immer etwas los…

„Österreichische Weihnacht“ – so hieß das Motto der diesjährigen Winter- veranstaltung auf Schloss Bückeburg im traditionsreichen Schaumburger Land. Die „Österreichische Weihnacht“ zeigte sich dabei weit weniger opulent und schillernd als im vergangenen Jahr. Da lautete das Motto „Amerika“ und wirkte in dieser Region sehr schrill mit seinen kunterbunten Weihnachtsdekorationen.

Nicht so sehr im Dekor und in der Aufmachung, sondern vor allem im Musik – und Kulturprogramm, der Mode, sowie den vielfältigen kulinarischen Ge- nüssen fand sich Österreich wieder. Da sind die täglichen Modenschauen mit Dirndln ein echter „Hingucker“. Sachertorte und eine Wiener Melange, diese typische Köstlichkeit aus dem Burgenland, ließen so manch einen Gaumen frohlocken. Und auch Kaiserin Sissi war gleich zweimal mit von der Partie, einmal als „Kaiserin Sissi“-Schokolade, eine Vollmilchschokolade mit kan- dierten Veilchen, aber auch in flüssiger Form, als eine weiße Trinkschokolade mit Cassis-Likör und Sahne. Und wem die österreichischen Leckereien zu süß waren, für den gab´s auch deftige Kost. Denn zu einem ordentlichen Schloss gehört auch ein ordentliches Jagdrevier, und da durfte natürlich, wie auch schon in den vergangenen Jahren, ein Stand der Forstverwaltung nicht fehlen, und damit auch nicht die leckere Wildbratwurst. CIMG2975Auch auf musikalischem Gebiet wurde einiges geboten, vielfältig wie eh und je, von Pop bis Klassik war alles dabei. Da bot sich gleich zum Auftakt der diesjährigen Veranstaltung ein ganz besonderes Highlight an. Auf dem Programm stand ein Benefiz- konzert der Landesstiftung „Kinder von Tschernobyl“ mit der deutsch-japanischen Star-Pianistin Alice Sara Ott. Fünfzig  Minuten lang unterhielt die begnadete Klavierspielerin das Publikum mit Werken von Mozart, Chopin und Mussorgsky, wobei sie auf die komplette Gage verzichtete, und diese der Landesstiftung zukommen ließ.  Aber dies ist nicht der einzige Grund, warum die Bückeburger stolz auf die sympathische, begabte Frau sind. Der wirkliche Grund stolz zu sein, besteht nämlich darin, dass die steile Karriere damals im Bückeburger Schloss seinen Anfang nahm. Damals, das war vor einigen Jahren, als sie mit mehreren anderen jungen Künstlern von der IMAS (Internationale Musikakademie für Solisten) einge- laden worden war, um gemeinsam in der Gemäldegalerie des Schlosses zu proben und anschließend im „Großen Festsaal“ ihr Können unter Beweis zu stellen. Eine Veranstaltung, die ebenfalls einen festen Platz im Terminkalen- der der alten Festung inne hat.CIMG2978

Wenn auch die Konzerte der IMAS immer wieder gut besucht sind, haben die alten Gemäuer, deren großer Turm bereits im Jahre 1304 erbaut wurde, bestimmt noch nie einen derartigen Zulauf erlebt wie jetzt beim „Weih- nachtszauber“ oder der Sommerveranstaltung, der „Landpartie“, die sich noch wesentlich umfangreicher zeigte.  Scharen von Besuchern drängten sich durch die Besichtigungsräume des Schlosses, in denen dann nicht die volle Aufmerksamkeit den alten Herr- schern an den Wänden galt, sondern den vielen bunten Angeboten zum Weihnachtsbasar.  Alles, wirklich alles, was das Herz begehrt, war hier zu bestaunen und natürlich auch zu erwerben. Kein Wunder, dass sich am Ende so manch einer fragte, was ist hier eigentlich prunkvoller: die aufwendig geschnitzten Holzarbeiten der Götterpforte im Goldenen Saal des Schlosses oder die geschmackvoll angerichteten Stände der Aussteller. Wer das herausfinden möchte, hat dazu ganzjährig die Gelegenheit, denn Führungen durch das Schloss finden außer zu den Weihnachtstagen täglich statt.

Auskünfte unter 05722/5039 oder unter: www.siebenschloesser.de/bueckeburg

Angela Antrop