zucker titelbildWenn wir diese drei Adjektive in einem Zusammenhang hören, haben wir sofort die Assoziation einer bedrohlichen, neuen Droge vor Augen, gezielt darauf abgestimmt, den Rest der Welt zu vernichten. Doch weit gefehlt! Es geht hier um einen Stoff, den wir alle aus dem täglichen Leben kennen, den wir lieben, und der in seiner Gefährlichkeit sehr wahrscheinlich eben diesen anderen verbotenen Substanzen in nichts nachsteht. Der, wie soll man es sonst sagen, wahrscheinlich wegen unser aller Unbekümmertheit diese noch bei weitem übertrumpft. Denn bei diesem mehr als gefährlichen Gift, handelt es sich um nichts anderes als unseren ganz gewöhnlichen Haushaltszucker.

„ Warum der Zucker uns umbringt – und wie wir das verhindern können“, um genau dieses Thema geht es in dem Sachbuch „Pur, Weiss, Tödlich“, welches auf den Forschungsergebnissen der Ernährungswissenschaftler Dr. John Yudkin und Dr. Robert Lustig beruht und erschreckende Neuigkeiten an den Tag bringt. Dr. John Yudkin (1910-1995), britischer Physiologe und Ernährungswissenschaftler, beschäftigte sich schon seit Jahren mit dem Problem und wurde durch die Veröffentlichung der Erstausgabe von „Pure, White and Deadly (1977) international bekannt.

Sein Mitstreiter Dr. Robert H. Lustig greift in dem vorliegenden Buch noch einmal die Thematik Yudkins auf und beschäftigt sich mit dem von allen begehrten Genussmittel, das uns das Leben versüßen und schmackhaft machen soll, und einer der Hauptbestandteile unseres täglichen Lebens geworden ist. Denn genau diesen Haushaltszucker finden wir in nahezu allen Lebensmitteln. Doch ist das überhaupt nötig? „Definitiv nein“, sagen Yudkin und Lustig. „Im Gegenteil, es ist sogar brandgefährlich“, behaupten sie.Nachdem in dem Buch erst auf die Geschichte, die Herkunft und die Weiterverarbeitung eingegangen wird, widmet sich der Autor zunächst dem durchschnittlichen Verbrauch des beliebten Genussgiftes und zeigt erschreckende Zahlen auf. Dabei wird noch einmal auf die hohe Konzentration dieser Substanz in gerade den „modernen“ Genussmitteln hingewiesen, wie z. B. auf die – ach, so begehrten Soft-Drinks -. Aber auch Milchgetränke, Eingemachtes, sowie konservierte und tiefgefrorene Lebensmittel haben es „in sich“. Mal ganz davon abgesehen: wer teilt sich schon die Schokolade am Abend ein? Und Eiscreme, Bier, Konfitüren und Süßwaren enthalten ihn sowieso, gerade eben diesen angeblich so harmlosen Haushaltszucker. Da läppert sich schnell so manche Tonne zusammen. Das Traurige ist nur, dass der Zucker zwar Genuss und Freude bietet, auch ein paar Kalorien, leider aber keine Energie. Daher ist es wie bei den anderen Süchten: wir schreien nach „Mehr, mehr, mehr!“ Das aber nur am Rande, denn vielmehr beschäftigt uns ja nun die Frage, ob Zucker denn nun wirklich auch Krankheiten verursachen kann.„Definitiv, ja“, sagen Yudkin und Lustig. Anhand einer Reihe an Forschungsprojekten an Ratten oder Hühnern, aber auch an Menschen, erläutert Dr. Robert Lustig anschaulich den Zusammenhang etlicher uns wohlbekannter Leiden mit der tödlichen Substanz. Natürlich gehört Diabetes dazu, aber auch Gicht, verschiedene Krebsarten, Lebererkrankungen und etliches mehr. Sie werden in dem Buch „Pur, weiss, tödlich“ unter die Lupe genommen, genau wie Schäden an den Augen, Schäden an den Zähnen und der Haut. Mit erschreckenden Ergebnissen und voller Warnungen vor dieser trügerischen Herausforderung. Daher ist auch die deutsche Neuauflage von „Pure, White and Deadly“ so aktuell wie nie.

Angela Antrop

Pur – Weiss – TödlichDr.John Yudkin/Dr. Robert Lustig

Systemed Verlag Lünen,  1.  Auflage,  224 Seiten

ISBN 978-3-942772-41-9                Preis: 14,99 €